Acht Freiheiten (dal ba brgyad) und zehn günstige Bedingungen (’byor ba bcu), die der Ausübung des Dharma förderlich sind

Erstens die Freiheit von den acht Hindernissen zur Ausübung des Dharma, diese sind Geburt 1. in einem Höllenbereich, 2. unter Pretas oder Hungergeistern, 3. als Tier, 4. unter Wilden, 5. als ein lang lebender Gott, 6. mit völlig falschen Sichtweisen, 7. in einem dunklen Kalpa, in welchem kein Buddha in der Welt erschienen ist, 8. mit beeinträchtigten Sinnesfähigkeiten.
Zweitens sind unter den zehn günstigen Bedingungen fünf Bedingungen, die von uns selber abhängen (rang ’byor lnga): Geburt 1. als menschliches Wesen, 2. an einem Ort, wo der Dharma gedeiht, 3. mit vollständigen Sinnesfähigkeiten, 4. ohne das Karma, in totalem Gegensatz zum Dharma zu leben, 5. und mit dem Vertrauen, dass man alles, was man verdient hat, auch erhält. Es gibt fünf Bedingungen, die von anderen abhängig sind (gzhan ’byor lnga): 1. Ein Buddha sollte in der Welt erschienen sein und 2. den Dharma gelehrt haben, 3. der Dharma sollte bis in unsere Tage erhalten sein, 4. sollten wir dem Dharma folgen und 5. von einem spirituellen Lehrer angenommen worden sein.

Acht Klassen von Göttern und Rakshas (lha srin sde brgyad)

Gemäß des Yamantaka Tantra (gshin rje gshed kyi rgyud, siehe TC, S. 3090) sind diese gshin rje, ma mo, srin po, gnod sbyin, mi’am ci, sa bdag, btsan und bdud. In seinem sde brygad ser skyems zählt Nub Sangye Yeshe sechs verschiedene Reihen dieser acht Klassen auf. Siehe NS, Band 2, S. 158-59.

Acht Klassen von Herukas oder Mitteln zur Erreichung (sgrub pa bka’ brgyad)

1. Yamantaka, der zornvolle Manjushri, die Gottheit des Körpers (’jam dpal sku), 2. Hayagriva, die Gottheit der Sprache (padma gsung), 3. Vishuddha, die Gottheit des Geistes (yang dag thugs), 4. Vajramrita, die Gottheit der erleuchteten Qualitäten (bdud rtsi yon tan), 5. Vajrakila, die Gottheit des Handelns (phur ba ’phrin las), 6. Matarah, die Gottheit der Berufung und Entsendung (ma mo rbod gtong), 7. die weltlichen Gottheiten der Opfergaben und des Lobes (’jig rten mchod bstod) und 8. die weltlichen Gottheiten der zornvollen Mantras (mod pa drag sngags).

Acht Laien-Gelübde (bsnyen gnas kyi sdom pa)

Eine Laien-Ordination mit Gelübden, die für 24 Stunden von Morgendämmerung bis Morgendämmerung genommen werden. Diese beinhalten, es zu vermeiden 1. zu töten, 2. zu nehmen, was nicht gegeben wird, 3. sexuellen Verkehr zu haben, 4. zu lügen, 5. Alkohol zu trinken, 6. zu tanzen, sich zu schmücken, Parfüm zu verwenden, weltliche Musik zu spielen, 7. auf einem hohen oder verzierten Bett zu schlafen und 8. nach 12 Uhr mittags zu essen.

Acht Orte der Vollkommenen (grub thob gnas brgyad)

Die acht heiligen Orten der Vollkommenen, die sich im Goldenen Tal von Rekong befinden, sind die acht von Guru Padmasambhava prophezeiten Plätze, an denen acht große Yogins seiner Linie praktizierten, Verwirklichung erlangten und viele Wunder vollbrachten.
In AC, Band 2, S. 304-12, werden die acht (oder neun) Orte wie folgt bestimmt:
In der Mitte ist Balgi Khargong Lakha ( ’bal gyi mkhar gong la kha), der Meditationsplatz des Bodhisattvas von Bol ( ’bol gyi byang chub sems dpa’).
Im Osten ist Taklung Shelgi Riwo (stag lung shel gyi ri bo), der Meditationsplatz von Shelgi Odeh Gung Gyal (shel gyi ’o de gung rgyal).
Im Südosten ist Lhadrak Karpo, im oberen Teil von Chang (syang phu’i lha brag dkar po), wo Kalden Gyatso die Vision von Kasarpani und den Sechzehn Arhats hatte. In der Nähe ist Ratse Phug (rwa rtse phug), der Meditationsplatz von Masö Shili Urwa (ma gsod zhi li ’ur ba).
Im Süden, in Dambu, ist Drakar Serkhang (’dam bu’i brag dkar gser khang), der Meditationsplatz des großen Brahmin Litrö (bram ze chen po li khrod).
Im Südwesten ist Thamug Dzongmar Gonpa (mtha’ smug rdzong dmar dgon pa), der Meditationsplatz von Athu Ngakpa Yu Ngok (a mthu’i sngags pa g.yu rngogs).
Im Westen ist Sheldel Chökyi Potrang (shel del chos kyi pho brang), der Meditationsplatz von Tönpa Odeh Shampo (ston pa ’o de sham po). AC erwähnt, dass dies eigentlich ein zusätzlicher oder neunter Ort sei.
Im Nordwesten ist Kyagang Nemö Bangwa oder Dori Palkyi Ritse (skya sgang gnas mo’i bang ba oder do ri dpal gyi ri rtse), der Meditationsplatz von Seyi Gyalwa Changchub (bse yi rgyal ba byang chub), wo viele heilige Abbildungen auf natürliche Weise auf den Felsen erschienen sind.
Im Norden ist Gongmo Gurkhang Draktsa (gong mo’i gur khang brag rtsa), der Meditationsplatz des Bönpo-Meisters Drenpa Namkha (dran pa nam mkha’).
Im Nordosten ist Chuchik Shel (bcu gcig shel), der Meditationsplatz von Kathok Dorje Wangpo (ka thog rdo rje dbang po), Chöpa Rinpoche und Jetsün Kalden Gyatso.
In RO, S. 46-58, werden die neun Plätze, an denen acht Siddhas meditiert haben, auf etwas andere Weise ausgewiesen. Die Schreibweise der Ortsnamen und der Siddhas variiert ebenfalls.

Acht Wagen der Praxislinien (sgrub brgyud shing rta brgyad)

Nyingma (rnying ma), Kadam (bka’ gdams), Sakya (sa skya), Kagyü (bka’ brgyud), Shangpa Kagyü (zhangs pa bka’ brgyud), Shiche und Chöd (zhi byed und gcod), Kalachakra oder Jordrug (dus ’khor oder sbyor drug) und Orgyen Nyengyu (o rgyan bsnyen brgyud). Für eine Sammlung von Unterweisungen und Ermächtigungen in Verbindung mit diesen acht Wagen siehe DZ.

Acht Wünsche eines Bodhisattvas (byang chub sems dpa’i rtog pa brgyad)

1. Die Fähigkeit zu erlangen, die Leiden aller Wesen zu vertreiben. 2. Allen, die mit Armut geschlagen sind, Wohlstand zu verschaffen. 3. Die Fähigkeit zu erlangen, sein Fleisch und Blut zum Wohle der Wesen zu geben. 4. Im Höllenbereich zu verbleiben und dort etwas Gutes zu bewirken. 5. Die Hoffnungen der Wesen mit dem Überfluss von Samsara und Nirvana zu erfüllen. 6. Erleuchtung zu erreichen und die Leiden der Wesen für immer zu beseitigen. 7. Es niemals zu genießen, anderen zu schaden anstatt ihnen zu nutzen. 8. Zu wünschen, dass alle Wesen Glück erlangen mögen durch den Austausch des eigenen Glücks gegen ihre Leiden.